Bauzeitenplan: Planung und Controlling
Termine, Meilensteine und Puffer richtig setzen
Ein realistischer Bauzeitenplan ist entscheidend für reibungslosen Bauablauf, pünktigen Einzug und Zinseinsparung. Verzögerungen kosten typischerweise 1.000 bis 3.000 € pro Monat (Miete, Zwischenfinanzierung).
Gesamtbauzeit typisches EFH
Von Baugenehmigung bis Einzug: 12 bis 24 Monate. Davon: Ausschreibung + Vergabe 2 bis 3 Monate, Rohbau 3 bis 5 Monate, Dach + Fenster 2 bis 3 Monate, Innenausbau 4 bis 8 Monate, Außenanlagen 1 bis 2 Monate. Schlüsselfaktor: Handwerkerkapazität, in Berlin/Brandenburg 2025 weiterhin angespannt.
Netzplantechnik vs. Balkenplan
Balkenplan (Gantt): Übersichtlich, leicht verständlich, zeigt Parallelitäten. Ausreichend für EFH. Netzplan (CPM): Zeigt kritischen Pfad, welche Vorgänge sind terminbestimmend. Für größere Projekte unverzichtbar. Software: MS Project, Asta Powerproject, auch Excel-Lösungen.
Kritische Pfade im Wohnungsbau
Typisch kritisch: Baugenehmigung → Rohbau → Rohinstallationen → Estrich → Trocknungszeit → Innenausbau. Estrichtrocknungszeit oft unterschätzt: Zementestrich mind. 28 Tage, vor Bodenbelag Restfeuchte prüfen (CM-Methode, max. 2,0 CM-% bei Parkett).
Puffer und Risikoreserven
Mindestpuffer: 10 bis 15 % der Gesamtbauzeit. Risiken: Baugenehmigungsverzug, Witterung (Frost, Starkregen), Lieferengpässe, Insolvenzen von Nachunternehmern. Vertragsstrafen mit Hauptauftragnehmern vereinbaren (0,2 % der Auftragssumme/Werktag, max. 5 %).
Controlling
Wöchentlicher Soll-Ist-Vergleich. Abweichungen sofort dokumentieren und kommunizieren. Bauleiter (LPh 8 HOAI) verantwortlich für Terminverfolgung auf der Baustelle.
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