Statik und Tragwerksplanung
Standsicherheit und Bemessung im Wohnungsbau
Die Statik (Tragwerksplanung) ist Pflichtleistung nach HOAI und bildet die ingenieurtechnische Grundlage jedes Gebäudes. Ohne statischen Nachweis keine Baugenehmigung.
Normgrundlagen
Eurocodepalette (DIN EN 1990–1999) mit nationalen Anhängen (NA): EC 0 (Grundlagen), EC 1 (Einwirkungen: Eigenlasten, Schnee, Wind), EC 2 (Beton), EC 3 (Stahl), EC 5 (Holz), EC 6 (Mauerwerk).
Lasten und Einwirkungen
Ständige Lasten (Eigengewicht, Ausbaulasten) + veränderliche Lasten (Nutzlasten nach EC 1: Wohnräume 2,0 kN/m², Treppen 3,0 kN/m²) + Schnee- und Windlasten → Bemessungslasten nach Teilsicherheitskonzept.
Gründung
Gründungsart (Streifenfundament, Bodenplatte, Pfahlgründung) hängt vom Baugrundgutachten (DIN EN 1997) ab. Mindestgründungstiefe: 80 cm unter GOK (frostfrei).
Baugenehmigungsstatik vs. Ausführungsstatik
Baugenehmigungsstatik: vereinfachte Nachweise für Behörde. Ausführungsstatik: detaillierte Berechnung mit Schal- und Bewehrungsplänen. Prüfingenieure kontrollieren bei prüfpflichtigen Gebäuden (je nach LBO ab GK 3 oder 4).
Haftung
Tragwerksplaner haften nach § 634a BGB (5 Jahre Gewährleistung). Berufshaftpflichtversicherung Pflicht.

