Gebäudezertifizierungen im Überblick
DGNB, QNG, BNB und Passivhaus im Vergleich
Gebäudezertifizierungen bestätigen Qualität, Nachhaltigkeit und Energiestandard und sind Voraussetzung für bestimmte Förderprogramme. Der Markt bietet verschiedene Systeme mit unterschiedlichem Fokus.
QNG – Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude
Staatliches Siegel des BMWSB (seit 2022). Voraussetzung für KfW-Förderung EH-40-QNG (höchste Förderstufe). Zwei Varianten: QNG-PLUS und QNG-PREMIUM. Anforderungen: ökologische (Ökobilanz, Primärenergie), soziokulturelle (Barrierefreiheit, Schallschutz) und ökonomische Qualität. Vergabe durch akkreditierte Konformitätsbewertungsstellen (z.B. DGNB, BNB-Auditoren).
DGNB – Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
Privatwirtschaftliches Zertifizierungssystem, international anerkannt. Bewertung in 6 Kategorien: Ökologie, Ökonomie, soziokulturelle/funktionale Qualität, Technik, Prozess, Standort. Zertifikate: Bronze, Silber, Gold, Platin. Eher für gewerbliche Gebäude, zunehmend auch Wohnungsbau.
LEED (USA) und BREEAM (UK)
Internationale Systeme, relevant für internationale Investoren und Unternehmensimmobilien. In Deutschland für Standard-Wohnungsbau selten gefordert.
Passivhaus-Zertifikat
Vom Passivhaus Institut Darmstadt (PHI). Kriterien: Heizwärmebedarf ≤ 15 kWh/(m²·a), Primärenergiebedarf ≤ 120 kWh/(m²·a), n50 ≤ 0,6 h⁻¹. Zertifizierung durch akkreditierte Auditoren. Nicht staatlich, aber international renommiert.
Energieausweis
Pflichtdokument nach GEG für alle Gebäude beim Verkauf/Vermietung. Bedarfsausweis (berechnet) oder Verbrauchsausweis (Verbrauchsdaten). Energieklassen A+ bis H. Neubau: immer Bedarfsausweis.

