Ytong und Porenbeton – Baustoff im Detail
Eigenschaften, Verarbeitung und Einsatzbereiche
Porenbeton (Markenname Ytong, Hebel, Xella) ist ein dampfgehärteter Leichtbeton mit hervorragenden Dämmeigenschaften und einfacher Verarbeitbarkeit. Er ist eine der meistgenutzten Mauerwerksbaustoffe im deutschen EFH-Bau.
Herstellung und Eigenschaften
Sand, Zement, Kalk, Wasser und Aluminiumstaub werden gemischt → Wasserstoffblasen erzeugen poröse Struktur → Dampfhärtung (Autoklav). Ergebnis: Rohdichte 300–700 kg/m³ (sehr leicht), Wärmeleitfähigkeit λ = 0,07–0,21 W/(mK), Druckfestigkeit 2–8 N/mm².
Wärmeschutz
Monolithisches Mauerwerk aus Porenbeton PP2-0,35 (λ = 0,09 W/mK): 36,5 cm Wandstärke → U-Wert ca. 0,23 W/(m²K). Mit 24 cm + 12 cm Dämmputz: U ≈ 0,15 W/(m²K). GEG-Anforderung Neubau: U ≤ 0,24 W/(m²K) für Außenwände. Monolithisches Bauen ohne zusätzliche Dämmebene möglich.
Vorteile
Leicht zu verarbeiten (sägen, schleifen, bohren), schneller Rohbaufortschritt, guter Brandschutz (A1 nichtbrennbar), gute Wärmedämmung, diffusionsoffen (Feuchtigkeit kann entweichen), kein Wärmebrückenrisiko bei homogenem Mauerwerk.
Nachteile
Geringere Druckfestigkeit als Kalksandstein oder Beton – bei tragenden Wänden Statik beachten. Schlechter Schallschutz wegen geringer Rohdichte (leicht = schlechte Schalldämmung). Für Trennwände zwischen Wohnungen ungeeignet (hier: Kalksandstein oder Beton).
Verarbeitung
Dünnbettmörtel (1–3 mm Fugendicke) statt Normalmörtel. Maßgenauigkeit des Systems hoch – kein Ausgleich möglich. Erste Lage auf Ausgleichsmörtel setzen. Stürze und Ringanker aus System-Produkten.

