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StartWiki › XPS & EPS Dämmstoffe
DämmungBauphysikGEG

XPS und EPS – Dämmstoffe im Vergleich

Eigenschaften, Einsatzgebiete und Kosten

Thorsten Richter – Inhaber Planungsbüro Richter Berlin, Hausbau-Experte
Thorsten Richter
Dipl.-Betriebswirt · Planungsbüro Richter, Berlin
Planungsbüro Richter wählt Dämmstoffe anforderungsgerecht aus – bauphysikalisch korrekt und kostenoptimiert.

XPS (extrudierter Polystyrolschaum) und EPS (expandierter Polystyrolschaum, „Styropor") sind die meistverwendeten Dämmstoffe im deutschen Hochbau. Ihre Eigenschaften unterscheiden sich wesentlich.

EPS – Expandiertes Polystyrol

Herstellung: Polystyrolperlen werden mit Wasserdampf aufgeschäumt und verbunden. Wärmeleitfähigkeit λ: 0,031–0,040 W/(mK) je nach Rohdichte. Preis: ca. 5–15 €/m² (10 cm). Anwendung: WDVS (Wärmedämmverbundsystem, „Styropor-Fassade"), Bodenplatte unter Estrich, Perimeterbereich (mit WDS-Güte). Schwäche: saugt bei dauerhafter Wasserexposition Feuchtigkeit (kapillar aktiv bei EPS-W).

XPS – Extrudiertes Polystyrol

Herstellung: Polystyrolschmelze wird durch Düse gedrückt → geschlossene Zellstruktur. Wärmeleitfähigkeit λ: 0,030–0,038 W/(mK). Druckfestigkeit: 150–700 kPa (deutlich höher als EPS). Preis: ca. 15–35 €/m² (10 cm). Anwendung: Perimeterdämmung (unter GOK, feuchteexponiert), Umkehrdach (Dämmung über Abdichtung), Bodenplatte bei hoher Belastung. Stärke: nahezu wasserundurchlässig.

Wann welches Material?

EPS: überall wo kein dauerhafter Wasserkontakt → Fassade (WDVS), Dach (belüftet), Innendämmung. XPS: feuchteexponierte Bereiche → Perimeter, Umkehrdach, Kellerwand erdberührt, Terrassenaufbau. Verwechslung kostet Geld oder führt zu Feuchteschäden.

Brandverhalten

Beide: Baustoffklasse B1 (schwerentflammbar) nach DIN 4102. Bei WDVS: Brandriegel aus Mineralwolle bei mehrgeschossigen Gebäuden Pflicht (Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie, LBO-Anforderungen). Flammschutzadditive (HBCD früher, heute HBCD-frei) beachten.

Nachhaltigkeit

Beide aus fossilem Rohstoff (Erdöl). Grauer Energieeinsatz moderat. Recycling möglich aber selten praktiziert. Alternativen: Mineralwolle, Holzfaser, Zellulose für ökologisch orientierte Bauherren.