XPS und EPS – Dämmstoffe im Vergleich
Eigenschaften, Einsatzgebiete und Kosten
XPS (extrudierter Polystyrolschaum) und EPS (expandierter Polystyrolschaum, „Styropor") sind die meistverwendeten Dämmstoffe im deutschen Hochbau. Ihre Eigenschaften unterscheiden sich wesentlich.
EPS – Expandiertes Polystyrol
Herstellung: Polystyrolperlen werden mit Wasserdampf aufgeschäumt und verbunden. Wärmeleitfähigkeit λ: 0,031–0,040 W/(mK) je nach Rohdichte. Preis: ca. 5–15 €/m² (10 cm). Anwendung: WDVS (Wärmedämmverbundsystem, „Styropor-Fassade"), Bodenplatte unter Estrich, Perimeterbereich (mit WDS-Güte). Schwäche: saugt bei dauerhafter Wasserexposition Feuchtigkeit (kapillar aktiv bei EPS-W).
XPS – Extrudiertes Polystyrol
Herstellung: Polystyrolschmelze wird durch Düse gedrückt → geschlossene Zellstruktur. Wärmeleitfähigkeit λ: 0,030–0,038 W/(mK). Druckfestigkeit: 150–700 kPa (deutlich höher als EPS). Preis: ca. 15–35 €/m² (10 cm). Anwendung: Perimeterdämmung (unter GOK, feuchteexponiert), Umkehrdach (Dämmung über Abdichtung), Bodenplatte bei hoher Belastung. Stärke: nahezu wasserundurchlässig.
Wann welches Material?
EPS: überall wo kein dauerhafter Wasserkontakt → Fassade (WDVS), Dach (belüftet), Innendämmung. XPS: feuchteexponierte Bereiche → Perimeter, Umkehrdach, Kellerwand erdberührt, Terrassenaufbau. Verwechslung kostet Geld oder führt zu Feuchteschäden.
Brandverhalten
Beide: Baustoffklasse B1 (schwerentflammbar) nach DIN 4102. Bei WDVS: Brandriegel aus Mineralwolle bei mehrgeschossigen Gebäuden Pflicht (Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie, LBO-Anforderungen). Flammschutzadditive (HBCD früher, heute HBCD-frei) beachten.
Nachhaltigkeit
Beide aus fossilem Rohstoff (Erdöl). Grauer Energieeinsatz moderat. Recycling möglich aber selten praktiziert. Alternativen: Mineralwolle, Holzfaser, Zellulose für ökologisch orientierte Bauherren.

