Wärmepumpe – Technik, Planung und Förderung
Luft, Erde oder Wasser – Systeme im Vergleich
Die Wärmepumpe ist die zentrale Heiztechnologie im Neubau ab 2024. Das GEG schreibt für neue Heizanlagen mindestens 65 % erneuerbare Energien vor – die Wärmepumpe erfüllt dies vollständig.
Funktionsprinzip
Die Wärmepumpe entzieht der Umwelt (Luft, Erdreich, Grundwasser) Wärme und hebt sie auf Heiztemperatur. Energiekennzahl: Jahresarbeitszahl (JAZ) – Verhältnis Wärmeabgabe zu Stromaufnahme. JAZ ≥ 3,0 gilt als effizient (1 kWh Strom → 3 kWh Wärme).
Typen
Luft-Wasser-WP (LWWP): Häufigste Type, außen aufgestellt, Wärme aus Außenluft. Einfache Installation, auch nachrüstbar. JAZ 2,5–4,0 je nach Standort. Sole-Wasser-WP (Erdwärme): Erdkollektor oder Erdsonde, konstante Quelltemperatur → höhere JAZ (3,5–5,0). Genehmigung und Erschließung aufwändig. Wasser-Wasser-WP: Nutzt Grundwasser, höchste Effizienz, genehmigungspflichtig nach WHG.
Heizungsauslegung
Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 Pflicht. Niedertemperaturheizung (Fußbodenheizung ≤ 35 °C Vorlauf) ist optimal für WP. Heizkörper mit WP möglich, aber Vorlauftemperatur prüfen (ggf. Heizkörpertausch). Warmwasserbereitung: Kombination mit Trinkwasserwärmepumpe oder Frischwasserstation.
Förderung 2025
BEG (Bundesförderung effizienter Gebäude): Grundförderung 30 % der Anlagekosten. Effizienzbonus +5 % bei natürlichen Kältemitteln oder Erdwärme. Einkommensbonus +30 % bei zu versteuerndem Einkommen ≤ 40.000 €/Jahr (Haushalt). Maximale Förderung: 70 %. Antrag vor Auftragsvergabe beim BAFA.
Schallschutz
LWWP erzeugen Luftschall (Ventilatorbetrieb). TA Lärm: Richtwert Wohngebiet nachts 35 dB(A). Abstandsregeln und Kapselung beachten – Aufstellung am Schlafzimmerfenster vermeiden.

