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GEGDIN 4108Klimakomfort

Sommerlicher Wärmeschutz

Überhitzung vermeiden nach DIN 4108-2

Thorsten Richter – Inhaber Planungsbüro Richter Berlin, Hausbau-Experte
Thorsten Richter
Dipl.-Betriebswirt · Planungsbüro Richter, Berlin
Planungsbüro Richter führt den sommerlichen Wärmeschutznachweis als integrierten Bestandteil der Energieplanung durch.

Der sommerliche Wärmeschutz verhindert Überhitzung ohne mechanische Kühlung. Er ist seit GEG 2020/2024 verbindlich nachzuweisen und gewinnt durch steigende Sommertemperaturen stark an Bedeutung.

Nachweisverfahren (GEG § 14)

Pflicht für alle Neubauten. Zwei Wege: Vereinfachtes Verfahren nach DIN 4108-2 (Sonneneintragskennwert S), Thermische Gebäudesimulation nach DIN EN ISO 13791/13792.

Einflussfaktoren

Glasanteil nach Himmelsrichtung (Süd mit Überdachung unkritisch, West/Ost problematisch), Sonnenschutz (außenliegend sehr effektiv, innenliegend kaum wirksam), Speichermasse (schwere Bauweise puffert Wärmespitzen), Nachtlüftung, Dachbegrünung.

Sonnenschutzverglasung

Gesamtenergiedurchlassgrad g: Standard 3-fach g = 0,50–0,60, Sonnenschutzglas g = 0,30–0,40. Außenliegender Raffstore mit g < 0,15 ist die effektivste einzelne Maßnahme.

Konstruktive Maßnahmen

Überdachungen und Loggien schützen Südfenster im Sommer automatisch (hoher Sonnenstand). Helle Fassadenfarben (Albedo > 0,5) reduzieren Aufheizung. Extensive Dachbegrünung senkt Oberflächentemperatur um bis zu 40 K.

Klimawandel-Perspektive

DWD-Projektionen zeigen bis 2050 deutlich mehr Hitzetage (> 30 °C) in Deutschland. Gebäude ohne sommerlichen Wärmeschutz werden langfristig unbewohnbar heiß – ein teurer Planungsfehler.