Sommerlicher Wärmeschutz
Überhitzung vermeiden nach DIN 4108-2
Der sommerliche Wärmeschutz verhindert Überhitzung ohne mechanische Kühlung. Er ist seit GEG 2020/2024 verbindlich nachzuweisen und gewinnt durch steigende Sommertemperaturen stark an Bedeutung.
Nachweisverfahren (GEG § 14)
Pflicht für alle Neubauten. Zwei Wege: Vereinfachtes Verfahren nach DIN 4108-2 (Sonneneintragskennwert S), Thermische Gebäudesimulation nach DIN EN ISO 13791/13792.
Einflussfaktoren
Glasanteil nach Himmelsrichtung (Süd mit Überdachung unkritisch, West/Ost problematisch), Sonnenschutz (außenliegend sehr effektiv, innenliegend kaum wirksam), Speichermasse (schwere Bauweise puffert Wärmespitzen), Nachtlüftung, Dachbegrünung.
Sonnenschutzverglasung
Gesamtenergiedurchlassgrad g: Standard 3-fach g = 0,50–0,60, Sonnenschutzglas g = 0,30–0,40. Außenliegender Raffstore mit g < 0,15 ist die effektivste einzelne Maßnahme.
Konstruktive Maßnahmen
Überdachungen und Loggien schützen Südfenster im Sommer automatisch (hoher Sonnenstand). Helle Fassadenfarben (Albedo > 0,5) reduzieren Aufheizung. Extensive Dachbegrünung senkt Oberflächentemperatur um bis zu 40 K.
Klimawandel-Perspektive
DWD-Projektionen zeigen bis 2050 deutlich mehr Hitzetage (> 30 °C) in Deutschland. Gebäude ohne sommerlichen Wärmeschutz werden langfristig unbewohnbar heiß – ein teurer Planungsfehler.

