Schadstoffanalyse im Bestand
Asbest, KMF und PAK erkennen und bewerten
Beim Kauf und Umbau von Bestandsgebäuden können gefährliche Schadstoffe lauern. Eine professionelle Schadstoffanalyse vor dem Umbau ist rechtlich vorgeschrieben und schützt Gesundheit und Geldbeutel.
Relevante Schadstoffe
Asbest: In Gebäuden bis ca. 1993 verbaut – Wellplatten, Fassadenplatten, Bodenbeläge (Flexplatten), Spachtelmassen, Dichtungen. Fasern verursachen Mesotheliom (Krebserkrankung). Entsorgung nur durch zugelassene Fachbetriebe, Gefahrguttransport, Deponieentsorgung.
PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe): In Teer-haltigen Klebstoffen (Parkettkleber „Stinkparkett"), Dachpappe, Steinkohlenteerprodukte. Krebsverdächtig.
KMF (Künstliche Mineralfasern): Alte Glaswolle/Steinwolle (vor 2000) kann krebsverdächtige Fasern enthalten. Neue Produkte unbedenklich.
PCB (Polychlorierte Biphenyle): In Fugendichtmassen, Kondensatoren, Transformatoren bis 1989. Persistenter organischer Schadstoff.
Schwermetalle: Bleifarben, bleihaltiges Trinkwasserrohre (vor 1973).
Rechtspflichten
Gefahrstoffverordnung (GefStoffV): Arbeitgeber (Auftragnehmer) muss vor Abbruch/Umbau Schadstoffkataster erstellen. TRGS 519 (Asbest): klare Vorgaben zu Messungen, Schutzmaßnahmen, Entsorgung. KrWG: Entsorgungsnachweispflicht für gefährliche Abfälle.
Kosten
Schadstoffgutachten: 500–3.000 € je nach Gebäudegröße. Asbestentsorgung Dach: 50–120 €/m². Asbesthaltige Bodenbeläge: 30–80 €/m². Kosten nicht unterschätzen – bei großen Gebäuden können Schadstoffsanierungen 50.000–200.000 € kosten.

