Innenputz: Materialien und Ausführung
Gips, Kalk, Lehm und die richtige Verarbeitung
Innenputz ist mehr als Untergrund für Tapete oder Farbe: Er reguliert Feuchte, beeinflusst Raumklima, schützt Wände und bestimmt die Akustik. Die Wahl des Materials hat langfristige Konsequenzen.
Putzarten
Kalkputz (Luftkalk): Diffusionsoffen, feuchtepuffernd, antibakteriell, traditionell. Trocknet langsam (mehrere Wochen), mehrlagig aufgetragen. Ideal für ökologisches Bauen und Altbausanierung. Kalk-Zementputz: Schnell trocknend, robust, für feuchtebelastete Bereiche (Bad, EG). Geringe Dampfdiffusion. Standard im Neubau. Gipsputz (Maschinenputz): Schnellster Trockner (1 bis 2 Wochen), glatte Oberfläche, günstig. Nicht feuchtebeständig, nicht in Badezimmern ohne Fliesen. Lehmputz: Höchste Feuchtepufferung, ökologisch, attraktive Haptik. Teuer, spezielle Verarbeitung nötig.
Schichtaufbau
Grundputz (Unterputz): 10 bis 15 mm. Oberputz (Feinputz): 2 bis 5 mm. Vor Gipsputz: Grundierung auf saugenden Untergründen. Armierungsgewebe an Übergängen (Mauerwerk-Beton) gegen Rissbildung.
Trocknungszeiten
Gipsputz: ca. 1 Woche/mm Schichtdicke. Kalkputz: 4 bis 8 Wochen. Kalk-Zement: 2 bis 4 Wochen. Zu früher Anstrich → Blasenbildung, Schimmel. Restfeuchtemessung vor Beschichtung empfohlen.
Kosten (2025)
Maschinenputz Gips: 20 bis 35 €/m². Kalkputz handgeworfen: 45 bis 80 €/m². Lehmputz: 60 bis 120 €/m². Neubau EFH mit 250 m² Wandfläche: ca. 6.000 bis 15.000 € gesamt.
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